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Mit Maria vertrauensvoll auf den Heiligen Geist warten

21.05.2021

Pfingstbotschaft des Provinzials der Provinz Europa

Die Tage, die dem Pfingstfest vorausgingen, waren Tage der Zweifel und der Ungewissheit. Die vorherrschenden Gefühle der Vergangenheit sind die gleichen wie die von heute: Angst, Unsicherheit und Ungewissheit. Wie konnten die Jünger aus dieser Isolation geheilt und gestärkt herauskommen? Es gab da eine Verheißung: den Heiligen Geist; es gab ein Mittel: das Gebet; und es gab die Gegenwart Mariens. Mit Maria lasst uns im Gebet ausharren und vertrauensvoll auf den Heiligen Geist Gottes warten!

(c) P. Heinz Sand, CSSp (Pfingsten 2021)

(c) P. Heinz Sand, CSSp (Pfingsten 2021)

Die Tage, die dem Pfingstfest vorausgingen, waren Tage der Zweifel und der Ungewissheit: "Die Apostel kehrten nach Jerusalem zurück (...). Sie zogen in die Stadt ein und gingen hinauf in den oberen Saal, wo sie zu verweilen pflegten (...). Sie waren alle gleichgesinnt und eifrig im Gebet, zusammen mit einigen Frauen, unter denen Maria, die Mutter Jesu, war" (Apg 1, 12-14).

Unsere Zeit der Pandemie ähnelt in gewisser Weise dieser Szene, in der wir oftmals niedergeschlagen in unsere Häuser gingen, um uns zu isolieren... Wenn damals der Feind die Henker waren, die den Meister getötet hatten, fliehen wir heute vor einem unsichtbaren und tödlichen Virus, der Leben, Völker und die Wirtschaft auslöscht. Die vorherrschenden Gefühle der Vergangenheit sind die gleichen wie die von heute: Angst, Unsicherheit und Ungewissheit. Wie konnten die Jünger aus dieser Isolation geheilt und gestärkt herauskommen? Es gab da eine Verheißung: den Heiligen Geist; es gab ein Mittel: das Gebet; und es gab die Gegenwart Mariens.

Wir werden in der Zeit nach der Pandemie die Früchte der Samen ernten, die wir während der Pandemie auf den Boden unserer Geschichte gesät haben. Verlieren wir also keine Zeit, denn eine "neue Normalität" naht. Mit Maria lasst uns im Gebet ausharren und vertrauensvoll auf den Heiligen Geist Gottes warten!

Die Jünger, die passiv, vielleicht pessimistisch waren in Bezug auf das, was sie erwartete, "wurden mit dem Geist erfüllt und begannen, neue Sprachen zu sprechen ". Einheit und Empathie wurden zu ihren innerlichen Stärken, weil der Geist sie selbst zur Gabe für andere machte.

Was sich dieser Gabe in uns widersetzt ist oft eine Selbstverherrlichung, die uns über die Anderen stellt und uns unempfindlich und gleichgültig gegenüber dem Schmerz der anderen macht. Zu guter Letzt gibt es noch den Pessimismus, in dem wir uns über alles und jeden beschweren und allen die Schuld für die gegenwärtigen Schwierigkeiten zuweisen. Damit entziehen wir uns unserer Verantwortung und wohl auch der Möglichkeit, Akteure der Veränderung zu sein. So verhindern wir das Aufblühen der Hoffnung und drosseln den Puls des Lebens.

Heute erleben wir einen historischen Moment! Unsere Kinder, Enkel und Urenkel werden die viel besprochene und verbreitete Pandemie in den Geschichtsbüchern studieren! Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein, wenn alles vorbei ist! Dennoch haben wir die Möglichkeit in der Hand, entschlossen zu handeln und eine neue Geschichte zu schreiben. Dazu ist es notwendig, innig mit Gott verbunden zu sein, in den von ihm ausgegossenen Heiligen Geist einzutauchen, unsere Berufung zu entmystifizieren und unsere Sendung zu leben als Männer und Frauen, die im Heiligen Geist getauft und von ihm erfüllt, ja „begeistert“ sind.

Heiliger Geist,
du, der alle Dinge mit deinem Feueratem belebst,
du, der in der Kirche eine neue Hoffnung, der Geschwisterlichkeit wachsen lässt.
Du, der die Herzen von Männern und Frauen
in demselben Wunsch zu dienen zusammenführst,
erneuere in uns unsere Weihe für die Mission.

Du, die Kraft der Missionare der Frohen Botschaft,
sei der Weggefährte all unserer Unternehmungen,
all unserer Überlegungen, all unserer Gebete.
Dein Pfingstfest eröffnet der Menschheit
neue Wege auf der Suche nach neuer Begeisterung.
Du bist Kraft und Sanftmut,
Kühnheit und Stärke im geschwisterlichen Dienst.
Schenke uns die Gnade der Unterscheidung,
damit wir uns gelassen an deinem Wunsch orientieren
und so unserer Berufung treu antworten können.

Gib uns in diesen Zeiten der Ungewissheit,
des Infragestellens und des Zweifelns die Gnade,
unseren Weg nach dem Willen des Vaters zu entdecken,
indem wir dem Beispiel des Sohnes folgen.
Möge die Freude unseren Willen erleuchten, dir zu folgen.
Hilf uns, die Gabe unserer selbst mit Großzügigkeit zu leben.
Lehre uns, uns in allen Dingen von dir leiten zu lassen,
deine Eingebungen nicht zu verachten und dir nicht zu widerstehen.

Komm, Heiliger Geist,
zeige uns deine Schönheit,
die sich in der universellen Gemeinschaft widerspiegelt,
um zu entdecken, dass jeder von uns wichtig ist,
dass wir alle verschiedene Gesichter derselben Menschheit sind,
die du so sehr liebst. Amen!

Autor: P. Michel Huck, CSSp (Provinzial)

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