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Zukunft ist kein blindes Schicksal…

27.06.2019

Vom 24. bis 27. Juni 2019 versammelten sich 30 Spiritaner – davon 3 Laien-Spiritaner, die in den Werken des Ordens mitarbeiten – in Knechtsteden, um sich mit der Lage der Gemeinschaft der Spiritaner in Deutschland zu befassen und darüber zu beraten, wie sie ihre Zukunft gestalten können und wollen.

Spiritanermitbrüder und LaienspiritanerInnen.

Teilnehmer an der diesjährigen Ordensversammlung in Knechtsteden.

Vor drei Jahren fand die letzte Versammlung statt. In der Regel dient eine Regionalversammlung dem gegenseitigen Austausch, der Diskussion und der gemeinsamen Begegnung der Mitbrüder. Das Besondere bei der diesjährigen Versammlung war der inhaltliche Schwerpunkt: Zukunft gestalten.

Für Pater Bernhard Wiederkehr war die dreitätige Versammlung wichtig, denn sie ermöglichte es den Mitbrüdern, einander besser kennen und schätzen zu lernen und einander als Menschen und Mitbrüder näherzukommen. „Die offenen und freien Aussprachen über unser Leben als Spiritaner sind wertvoll und bereichernd: Unsere Spiritualität, unser Gemeinschaftsleben, unsere Aufgabe und Sendung,“ so der Spiritanerpater, der fast fünf Jahrzehnte lang Missionar in Südafrika war.

Zahl der noch aktiveren Mitbrüder lässt sehr zu wünschen übrig

Im Hinblick auf den steigenden Altersdurchschnitt und den fehlenden Ordensnachwuchs hierzulande bemerkte der Regionalobere, Pater Innocent Izunwanne: „Unsere Ordensgemeinschaft erlebt gerade eine schwierige Zeit, die durch einen starken Rückgang an Ordensberufungen verursacht worden ist. Verglichen mit dem Jahr 1970, als es etwa 125 deutsche Spiritaner gab, leben heute 50 Ordensmitbrüder in Deutschland; davon sind 70 Prozent älter als 70 Jahre, und die übrigen 30 Prozent der Mitbrüder – die aus anderen Ländern stammen – sind zwischen 32 und 55 Jahren.“ Die 16 jüngeren Mitbrüder kommen aus Polen, Kenia, Nigeria, Tansania, Malawi, der Demokratischen Republik Kongo und Ghana. Viele von ihnen arbeiten in der Gemeindeseelsorge und Jugendpastoral in den (Erz)Bistümern Aachen, Köln, Hamburg und Rottenburg-Stuttgart. Einige widmen sich einer Leitungsaufgabe und anderen ordensinternen Diensten oder der Öffentlichkeitsarbeit für den Orden. Nicht zu vergessen sind die LaienspiritanerInnen, die in engem Kontakt zu uns stehen. Sie arbeiten in unseren Werken mit, z.B. in der von Spiritanern gegründeten Notschlafstelle für Drogenabhängige (NOTEL), am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen-Broich, wieder andere engagieren sich stark für das Missionshaus Knechtsteden.

Spiritaner müssen neue Wege suchen

Jedoch angesichts der Bedürfnisse und Anliegen des Ordens „lässt die Zahl der noch aktiveren Mitbrüder sehr zu wünschen übrig“, so der Regionalobere. Dafür muss die Ordensgemeinschaft neue Wege suchen, die es ihr ermöglichen, ihren Platz in der heutigen deutschen Kirche und Gesellschaft zu finden und ihre Mission treu zu erfüllen. Die bestehende Zusammenarbeit mit den Mitbrüdern aus anderen Ländern sowie mit den LaienspiritanerInnen soll weiter vertieft werden. So kann Pater Innocent trotz der Herausforderungen, vor denen die Spiritaner in Deutschland stehen, mit großer Zuversicht und Hoffnung auf die Zukunft blicken. „Zwar bleibt die Zukunft ungewiss, aber sie ist kein blindes Schicksal, das von der Konstellation der Sterne abhängt. Es kommt vielmehr darauf an, wie wir den Boden für Morgen vorbereiten. Wenn wir nun unser Bestes tun, dann können wir darauf vertrauen, dass der Herr der Ernte unsere Arbeit und Bemühungen segnen und gedeihen lassen wird.“ Sicher wird es ein schmerzlicher Prozess werden, jedoch ist ihm das Wort des Propheten Jesaja seit einiger Zeit ans Herz gewachsen: Ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. (Jer 29.11). „Es lohnt sich auf diese Zusage eines Gottes, dessen Name, der ich-bin-da ist, zu vertrauen. Er ist immer in der Gegenwart. Er verspricht uns, dass Er da sein wird: In guten und in schlechten Tagen, in unseren Höhen und Tiefen. Und wer sich auf Ihn und seine Zusage einlässt, der hat Zukunft und Hoffnung“, fasst er abschließend zusammen.

Autor: P. Samuel Mgbecheta, CSSp

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