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50-jähriges Priesterjubiläum

09.03.2019

Am 31. März 2019 feiern die Spiritanerpatres Konrad Breidenbach und Hermann-Josef Reetz ihr Goldenes Priesterjubiläum. Beide Ordensmänner wurden am 29. März 1969 vom Kölner Erzbischof Höffner in der Knechtstedener Basilika zum Priester geweiht. Also: Zweimal 50 Jahre im Dienst Gottes an den Menschen!

Die Messe beginnt um 10.30 Uhr in der Knechtstedener Basilika.

Die Messe beginnt um 10.30 Uhr in der Knechtstedener Basilika.

Pater Hermann-Josef Reetz: "Das Klostergelände ist ein regelrechter Werkzeugkasten für die Seelsorge".

Der studierte Volkswirt hat dazu beigetragen, dass das Kloster-Knechtsteden bis heute erhalten blieb. Ihm ist es gelungen, dem Kloster einen neuen Glanz zu verleihen. Ein Besucher, der schon länger nicht mehr in Knechtsteden war und heute sich die Zeit nimmt, auf einem Rundgang das Kloster neu zu entdecken, findet viel Altes wieder, stellt aber überrascht fest, wie viel Neues zu finden ist, wie zum Beispiel:

Kunstausstellungen in der Basilika, Ausstellungen im barocken Kreuzgang, Meisterschule des Optikerwerks, Medienwerkstatt am Norbert Gymnasium Knechtsteden (NGK), Sport-Leistungs-Kurse am NGK mit Sportinternat, Musealisierte alte Handwerksstätten, Kinderspielplatz, Grill-und Zeltplatz, Waldkindergarten, Historische Bibliothek, Klosterladen, Haus der Natur, Musiksaal, Kunstateliers im Verbund mit einem Kunstverein / Ausstellungen, Theaterscheune mit Theatersommer, Kloster –Kräutergarten, Antik-und Trödelmarkt, Festliche Tage Alter Musik, Klostergaststätte mit 4 Sälen, Terrasse und Biergarten usw.

Pater Hermann-Josef Reetz.

Pater Hermann-Josef Reetz.

Mit 32 Jahren, also im Jahr 1975, übernahm P. Reetz die Verwaltung der deutschen Ordensprovinz und im Jahr 1995 wurde er zum Rektor der Knechtstedener Basilika ernannt. Sein Ziel war es, das Klostergelände zu einem religiösen „Erlebnispark“ zu machen. Und das konnte er zum Teil realisieren, so der gebürtige Stommelner. „Wenn ich die Menschen in Westeuropa betrachte, dann stelle ich fest, dass sie wenig ansprechbar sind für religiöse Themen im engeren Sinne. Aber sie sind begeistert von Schönheit und Design; und ich meine, dass wir als Missionsgesellschaft das Glück haben, hier ein altes Kloster übernommen zu haben“, sagt der langjährige Rektor der Basilika.

Dem Seelsorger mit Leib und Seele liegt es am Herzen, den Klosterbesuchern und Gottesdienstteilnehmern die Geheimnisse des christlichen Glaubens sowie die Geschichte Knechtstedens verständlich zu machen. Deshalb betrachtet er das gesamte Klostergelände als ein regelrechter Werkzeugkasten für die Seelsorge. „Wenn ich mit Leuten in den Klostergarten gehe – da findet man Symbolpflanzen für Maria – und wenn ich denen etwas erzähle über die heilige Hildegard von Bingen und über die religiöse Symbolik der Pflanzen, dann leuchten ihre Augen. Wenn ich aber von der Kanzel über die unbefleckte Empfängnis Mariens predige, dann sagen sie: Ah! Lass den alten Pater mal ruhig weiter reden “, erklärt P. Reetz.

Als Theologe und Volkswirt ist P. Reetz ein vielgefragter Ordensmann und Geschäftsführer, der in zahlreichen kirchlichen Gremien gearbeitet hat, und davon in vielen als Vorsitzender. „Es war ein sehr bewegtes und arbeitsreiches Ordensleben“, fasst er zusammen.

Interview mit Pater Konrad Breidenbach: "Bei aller Begrenzung konnte ich viel tun".

Pater Samuel: Was hat Dich dazu bewogen, Spiritaner zu werden?

Pater Breidenbach: Ich bin in einem positiven, religiösen Elternhaus aufgewachsen. Ich erinnere mich, dass ich als Vierzehnjähriger bei einer Predigt sehr stark empfunden habe, dass ich mich für die Sache Gottes, für die Verbreitung des Evangeliums und für die Menschen einsetzen wollte. Ich hatte zwei Onkel, die Missionare waren. Der Onkel, der bei den Steylern war, der war sehr fromm. Der andere Onkel, der bei den Spiritanern war, der nach Jahren in Nigeria in den USA arbeitete, war ziemlich lässig und rauchte. Das gefiel mir besser!

Pater Samuel: Was sind die tiefsten Momente Deines Lebens als Ordensmann bzw. Missionar?

Pater Breidenbach: Zwei scheinbar gegensätzliche Erfahrungen: Dass ich, bei aller Begrenzung, sehr viel tun konnte, für viele Menschen von Bedeutung war und zugleich die Erfahrung der Ohnmacht und das Gefühl, dass alles überhaupt keinen Zweck hat.

Pater Samuel: Was hat Dich in diesen 50 Jahren getragen und Dir Halt gegeben?

Pater Breidenbach: Menschen, die mich achten oder gar mögen; und die Überzeugung, dass Gott einmal alles, was wir versuchen zur Vollendung führt.

Pater Konrad Breidenbach.

Pater Konrad Breidenbach.

Pater Samuel: Wenn Du jetzt auf Dein 50- jähriges missionarisches Leben und Wirken zurückblickst, was fällt Dir ein? Was ist Dir gelungen? Wofür bist Du dankbar? Und was würdest Du anders machen?

Pater Breidenbach: Ich war privilegiert. Ich hatte die Möglichkeit, zusammen mit Anderen, neue Projekte zu starten und zu verwirklichen: Das Libermann-Haus, das Seminar in Hangelar, die Bewegung der Laien-SpiritanerInnen, die Mitarbeit junger Mitbrüder aus Afrika, die Ausstellungen im Kreuzgang in Knechtsteden. All die Jahre in der Provinzleitung gaben mir die Möglichkeit, die Geschicke unseres Ordensbezirkes mitzugestalten. Für all das bin ich sehr dankbar. Fehler habe ich natürlich auch immer gemacht. Aber grundsätzlich anders machen, würde ich nichts.

Pater Samuel: Was ist deine Lieblingsbibelstelle?

Pater Breidenbach: Joh 8, 10+11: Jesus sagt zur Ehebrecherin: „Auch ich verurteile dich nicht“. Dieser Satz drückt für mich die Barmherzigkeit Gottes aus. Zur Zeit liebe ich auch Mk 6, 31: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und ruht ein wenig aus“.

 

 

 

Am 31. März 2019 feiern beide Mitbrüder ihr 50-jähriges Priesterjubiläum. Die Messe beginnt um 10.30 Uhr in der Knechtstedener Basilika.

Autor: Pater Samuel Mgbecheta, CSSp

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