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Interview mit Bischof Gabriel Mendy, Bischof von Banjul

13.12.2018

Nach vielen Jahren in verschiedenen Funktionen in der Kongregation – als Missionar, als Dozent und als Subregens an der spiritanischen Theologischen Hochschule in Nigeria – leitet Gabriel Mendy, 51 Jahre alt, seit Februar 2018 die Diözese Banjul in Gambia. Er ist der erste einheimische Bischof dieses Bistums. Während eines kurzen Aufenthaltes in Deutschland sprach er über seine Erfahrungen mit Pater Samuel Mgbecheta, CSSp.

Bischof Gabriel Mendy, Bischof von Banjul

„Ich bin dankbar für die Unterstützung, die ich von anderen erfahre." Bischof Gabriel Mendy, Bischof von Banjul

Pater Samuel: Die Nachricht Ihrer Ernennung zum Bischof der Diözese Banjul wurde bekanntgegeben als Sie noch im Sabbatjahr in den USA waren. Wie haben Sie darauf reagiert?

Bischof Mendy: Als ich über meine Ernennung zum katholischen Bischof der Diözese Banjul, Gambia, informiert wurde, war ich ziemlich überrascht. Gleichzeitig, war ich Seiner Heiligkeit, dem Papst Franziskus dankbar, dass er mich für würdig hielt für dieses edle Amt und für den Dienst der Seelsorge.

Pater Samuel: Welchen „Leitspruch“ haben Sie gewählt?

Bischof Mendy: Nach Tagen des Nachdenkens und Betens wählte ich schließlich das, was Jesus zu seinen Aposteln im Johannesevangelium 14,26 sagte: "Der Geist wird euch alle Dinge lehren". Im Lateinischen ist es Spiritus Sanctus Vobis Omnia Docebit.

Pater Samuel: Welches Ziel haben Sie sich zu Beginn Ihres Episkopats gesetzt?

Bischof Mendy: Als Bischof der Diözese Banjul beabsichtige ich, die Präsenz und Mission der katholischen Kirche in der Diözese durch die Gründung neuer Pfarreien zu festigen und zu erweitern. Auch will ich die Priester und das Pastoralpersonal der Diözese in weltlichen und religiösen Lernbereichen ausbilden lassen und mit den nötigen Werkzeugen ausstatten.

Pater Samuel: Vor Ihrer Ernennung zum Bischof von Banjul haben Sie ihrer Ordensgemeinschaft der „Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist“ in verschiedenen Funktionen gedient: als Missionar, als Professor und als Subregens eines theologischen Instituts in Nigeria. Wie beurteilen Sie die Erfahrungen, die Sie in diesen verschiedenen Positionen gemacht haben?

Bischof Mendy: Ich habe an allen Orten, die mir seit meinem Eintritt in die Kongregation zugewiesen wurden, unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Sie alle haben meine Überzeugungen über das religiöse, priesterliche und missionarische Leben und die Berufung in der katholischen Kirche geprägt und bereichert.

Pater Samuel: In einigen Ländern Afrikas gibt es Spannungen zwischen Christen und Muslimen. Wie gehen Muslime und Christen in Gambia miteinander um?

Bischof Mendy: Seit Jahrhunderten ist die Beziehung zwischen Christen und Muslimen in Gambia sehr herzlich, respektvoll und stark, weil es auf beiden Seiten Familien gibt, die miteinander verbunden sind. Wir leben in den gleichen Stadtteilen, in der gleichen Nachbarschaft. Es gibt auch gemischte Ehen, Ehe zwischen Christen und Muslimen. Wir feiern auch unsere großen Feste im Laufe des Jahres gemeinsam. Vor allem in Gambia gibt es eine größere Anzahl von Muslimen, die in unseren katholischen Schulen ausgebildet worden sind.

Bischof Mendy besucht eine diözesane Klinik.

Bischof Mendy während eines Besuches der diözesanen Klinik in Kunkujang Mariama. Die Mütter haben ihre Kinder in die Klinik gebracht, damit sie geimpft werden.

Pater Samuel: Spielt die Kirche eine Rolle im Gesundheitswesen?

Bischof Mendy: Ja, die katholische Kirche hat schon immer eine Rolle gespielt im Gesundheitswesen. Mitglieder einiger Ordensgemeinschaften haben schon immer in Krankenhäusern und Kliniken in Gambia gearbeitet. Selbst die Diözese betreibt mobile Kliniken in ländlichen Dörfern und Siedlungen. Aber der Gesundheitssektor in Gambia ist unterentwickelt, und deshalb bitte ich freundlicherweise um finanzielle Unterstützung der Gesundheitskliniken unserer Diözese.

Pater Samuel: Wie ist die politische Lage in Gambia?

Bischof Mendy: Nach den Parlamentswahlen 2016 und der anschließenden festgefahrenen Situation ist die politische Lage stabil und friedlich. Die demokratisch gewählte Regierung vom Präsident Adama Barrow führt schrittweise Reformen in verschiedenen Bereichen des Landes durch.

Pater Samuel: Sie sind mittlerweile 10 Monate im Dienst. Wie fühlen Sie sich? Was sind Ihre größten Herausforderungen?

Bischof Mendy: Nach zehn Monaten im Amt bin ich Gott dankbar für seine Führung. Ich bin auch dankbar für die Unterstützung, die ich von anderen erfahren habe. Zu den vielen Herausforderungen, mit denen ich konfrontiert bin, gehören die Finanzen, die Projekte zur Selbständigkeit, der Transport für Priester und Ordensleute sowie das Stipendium für weiterführende Studien.

Pater Samuel: Was wünschen Sie sich Ihren Gläubigen und Ihrem Klerus?

Bischof Mendy: Persönlich wünsche ich allen Geistlichen, Ordensleuten und Gläubigen in der Diözese Frieden, Erfolg, Gesundheit und Gottes reichen Segen.

Pater Samuel: Was möchten Sie den Christen in Deutschland sagen?

Bischof Mendy: Als Spiritaner nutze ich diese Gelegenheit, um meinen Dank und meine Anerkennung für ihre Unterstützung und für die Hilfe für die Patres und Brüder der Kongregation vom Heiligen Geist zum Ausdruck zu bringen. Ihr Beitrag in der Vergangenheit und in der Gegenwart hat es der Kongregation ermöglicht, das Leben der Armen und Benachteiligten in unseren Missionsgebieten positiv zu verändern. Da ich auf Ihren Geist der Großzügigkeit zähle, seien Sie meiner Gebete und meiner Solidarität im Glauben und in der Liebe sicher.

Autor: P. Samuel Mgbecheta, CSSp

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