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Wenn der Alltag vom gelebten Glauben durchdrungen wird … Teil 2

01.08.2018

Teil 2

In Tansania ist es anders, Priester zu sein. Als Priester hat man in Tansania in der Regel ein sehr gutes Leben. Doch Priester zu sein, heißt auch, ganz andere Aufgaben zu haben als in Deutschland.

Felix Fuchs

„Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, als MaZ (Missionar auf Zeit) nach Endulen zu gehen." Felix Fuchs

An viele Kirchen sind soziale Einrichtungen angeschlossen wie zum Beispiel bei uns das Krankenhaus und die sich im Bau befindliche Schule. Neben der Pfarrei Endulen (neun Außenstationen in bis zu 2,5 Autostunden Entfernung) hat der leitende Pfarrer in Endulen – im Namen des Erzbischofes von Arusha – die Oberaufsicht über das Krankenhaus und ist für den Bau, die Verwaltung und Finanzierung der Schule verantwortlich. Zusätzlich beschäftigt er circa 15 Arbeiter, die kochen, putzen oder sich um die Tiere kümmern; andere sind als Sekretärin, Chorleiter, Fahrer oder als Hausmeister angestellt. Dazu kommen noch einmal circa zehn hauptberufliche Katechisten, die die Außenstationen der Gemeinde leiten sowie das Schulpersonal.

P. Albano Mwombeki, CSSp.

P. Albano Mwombeki, CSSp ist der leitende Pfarrer der katholischen Gemeinde in Endulen.

Dies alles muss natürlich finanziert werden, denn anders als in Deutschland, wo man vielleicht bei der jährlichen Steuererklärung mal wieder darüber stolpert, dass Kirche finanziert werden muss, lebt die Kirche in Tansania einzig von der Kollekte der Gemeinde. Deswegen ist es üblich, eine großzügige Spende während der Messe zu geben, und alle paar Wochen ist zusätzlich jede einzelne der kleinen Gemeinschaften dazu aufgerufen, eine zusätzliche Spende zu leisten. In Tansania ist es ziemlich teuer Mitglied, in einer Kirche zu sein (unsere monatliche Kollekte entspricht etwa einem halben Jahresgehalt eines Grundschullehrers), aber auf der anderen Seite muss eine Gemeinde auch finanziert werden (die Priester, Autos, Benzin, Arbeiter usw.).

St. Lukas Gemeinde in Endulen.

St. Lukas Gemeinde in Endulen.

* Dieser Text ist ein Auszug aus dem Mairundbrief 2018 von Felix Fuchs. Der 19 Jährige MaZler (Missionar auf Zeit) stammt aus Brombach (Stadt Overath) im Bergischen Land, 40km außerhalb von Köln. Am 24. August 2017 reiste er nach Tansania, um sich einen Traum zu verwirklichen. Er bekam die einmalige Chance für ein Jahr in Endulen zu leben, langsam immer mehr von den Menschen, der Sprache und der Kultur zu lernen und einen Einblick in die weltweite Kirche zu erhalten. Am 12. August 2018 wird nach er Deutschland zurückkehren.

Autor: Felix Fuchs (MaZler)

 
 

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