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Gedenken an die ermordeten Spiritaner-Missionare von Kongolo

27.05.2018

Vor sechsundfünfzig Jahren wurden in der Demokratischen Republik Kongo 20 Spiritaner-Missionare erschossen. 18 waren Mitglieder der belgischen und zwei der holländischen Ordensprovinz. Jedes Jahr versammeln sich die Spiritaner, die in Belgien leben und arbeiten mit ihren Freunden am Samstag vor Pfingsten, um dieser Mitbrüder zu gedenken.

Spiritaner verschiedener Kommunitäten in Belgien konzelebrieren  mit befreundeten Priestern.

Spiritaner verschiedener Kommunitäten in Belgien konzelebrieren mit befreundeten Priestern.

Zeugen des Evangeliums

Das Thema «Zeugen des Evangeliums» hat es ermöglicht, den Wunsch von Papst Franziskus in den Vordergrund zu stellen: Unsere Kongregationen müssen Salz und Sauerteig in der Masse sein. Christus ist der Herr der Geschichte und er lädt uns ein zu leben, nicht zu überleben.

Wir erinnerten uns auch daran, dass unsere Kongregation vom Heiligen Geist genau am 27. Mai 1703 entstand, in Paris mit Claude François Poullart des Places und einigen Gefährten. Am 27. Mai 2018 ist es 315 Jahre her, dass wir aus seinem Geist leben, erneuert im Jahr 1848 durch P. Franz Maria Paul Libermann.

Claude François Poullart des Places gründete am 27. Mai 1703, in Paris, den Spiritanerorden.

Claude François Poullart des Places gründete am 27. Mai 1703, in Paris, den Spiritanerorden.

Eucharistiefeier: das Fest der Danksagung

Sie wurde vom Dechant von Charleroi, Luc Lysy geleitet. Der interkulturelle Chor von St. Antonius von Padua gestaltete musikalisch den Gottesdienst mit lebhaften Gesängen und Liedern, oft in afrikanischen Sprachen, wie die Spiritaner sie seit langem kennen, mit ihren vielfältigen Rhythmen. Der Einzug und die Gabenprozession wurden begleitet von Tänzen der Apostolischen Mütter, Laien-Spiritanerinnen aus Molenbeek St. Johannes in Brüssel.

Der Interkulturelle Chor der Pfarrei Saint-Antoine de Charleroi animierte die Lieder und Gesänge bei der Eucharistiefeier.

Der Interkulturelle Chor der Pfarrei Saint-Antoine de Charleroi animierte die Lieder und Gesänge bei der Eucharistiefeier.

In seiner Predigt hat Dekan Lysy die Frage gestellt: Wer also bist du, Heiliger Geist? Im tiefsten Innern empfangen wir dich als Atem Jesu, der uns von innen her bewegt in allen Situationen unseres Lebens. Wir empfangen dich, um jeden Menschen zu dem zu machen, was er ist. Das ist die Haltung eines Geschenks oh-ne Berechnung, ganz einfach.

P. Julius Sunu, Superior der Spiritaner-Kommunität Gentinnes nahm bei seiner Begrüßung Bezug auf das Kongolo-Ereignis: es sind die Martyrer von Kongolo aus dem Jahre 1962. Seine Worte: „Diese Märtyrer inspirieren uns, wenn wir über den Inhalt unserer Mission heute nachdenken unter der Form des Dialogs mit den Andersgläubigen in einer Welt, die eine Mischung von Kulturen, Sprachen und Traditionen ist. Sie laden uns auch dazu ein, uns den Zentren der Existenz an der Peripherie anzuschließen: die Flüchtlinge, die Armen, die Ausgeschlossenen und andere Opfer von Gewalt. Sie reichen uns die Fackel weiter und verpflichten uns, ihnen zu folgen auf den Wegen des Friedens heute.“

Dekan Luc Lysy während seiner Predigt.

Dekan Luc Lysy während seiner Predigt.

Das Freundschafts-Mahl

Es wurde geteilt von zweihundert Gästen, 20 Spiritaner-Missionaren, die in Belgien leben, Verwandten von Kongolo-Märtyrern, Freunden und Bekannten, die bei unseren missionarischen Projekten mitmachen. Die Geselligkeit geschah mit einem einfachen Mahl und das Dienstpersonal stand bereit, um den Geladenen ihre Essen und Getränke zu reichen.

Zweihundert Menschen versammelten sich zum gemütlichen Essen.

Zweihundert Menschen versammelten sich zum gemütlichen Essen.

Der Runde Tisch der Zeugen

Einige Beispiele der Nähe mit den Leuten wurden ausgetauscht. Das sind konkrete Ansätze, die es gilt entgegenzunehmen mit dem was sie ermöglicht haben und die wichtig bleiben können für die Zukunft. Frau Christine Janssens hat ein Zeugnis gegeben über ihren Einsatz bei Sant’Egidio, in Brüssel. Das ist eine Art und Weise, sich an die Seite der Ärmsten der Armen zu stellen mit Freundschaft und dem Evangelium Jesu. Die Überzeugung, von der sie sich leiten lassen, lautet: „Niemals Angst haben vor den Problemen der Welt und der Menschen." In der Begegnung und im Austausch öffnen sich neue Wege für die Zukunft.

Der Pfarrer Luc Lysy hat berichtet, wie offen die Leute und die christlichen Gemeinschaften sind, um dem Leben und dem Evangelium zu dienen in der gleichen Bewegung von Suchen, Entdecken und Einsatz. Es handelt sich nicht um religiöse Angelegenheiten Gottes. Die Erfahrungen des Lebens lassen uns festhalten an der Hoffnung auf das Vertrauen, das wir einander und einem jeden schenken, wie auch an der Hoffnung auf die Barmherzigkeit des Evangeliums, die der Name der Liebe ist. Das sind die Angelegenheiten des Vaters und Jesu Christi.

Momentaufnahme eines Austausches zwischen einem Spiritaner und Freunden, vor dem Kongolo Memorial.

Momentaufnahme eines Austausches zwischen einem Spiritaner und Freunden, vor dem Kongolo Memorial.

P. Sooi Augustijns ist von der Bemerkung eines Laien über die Spiritaner ausgegangen: „Man spricht heute von einer Mission in umgekehrter Richtung. Heute gibt es Afrikaner, die kommen, um Europa zu evangelisieren. Aber das ist nicht eine Mission in entgegengesetzter Richtung. Es gibt nur eine Mission, nämlich die von Jesus von Nazareth, Christus und das Evangelium, die für die ganze Welt bestimmt ist. Die Frohe Botschaft erreicht uns durch das Wort, die Predigt, aber auch und vor allem durch das gelebte Zeugnis. Ein Missionar ist heute wie gestern ein Zeuge der Gegenwart Gottes unter den Menschen.“ So sind wir Missionare – Zeugen in Turnhout: Emmanuel aus Ghana, Vincent von Uganda und ich mit Ursprung aus dieser Region Belgien, schon durch unsere internationale Kommunität. Das war ein schöner Tag !

Verwandte  und Freunde der Spiritaner Kommunitäten von Gentinnes, Charleroi, Molenbeek und Anderlecht (Brüssel), Turnhout.

Verwandte und Freunde der Spiritaner Kommunitäten von Gentinnes, Charleroi, Molenbeek und Anderlecht (Brüssel), Turnhout.

Autor: P. Albert Perrier, Spiritaner

 
 

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